Abwasseraufbereitung
Effiziente Technologien für die Gewässer von morgen.
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Reduzierung von Mikroverunreinigungen für saubere Gewässer von morgen.
Erfahren Sie, wann und warum Pulveraktivkohle (PAK) zur Entfernung von Mikroverunreinigungen eingesetzt wird und welche Vorteile dieses Verfahren bietet.
Im Fokus steht das DULCOPAC System zur gravimetrischen Aufbereitung und Dosierung von Pulveraktivkohle. Wir stellen dessen Funktionsweise vor und zeigen Einsatzmöglichkeiten in der Wasser- und Abwasseraufbereitung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Prozessüberwachung: Lernen Sie die Sensoren DULCOEYE LT und DULCOEYE SAC kennen und erfahren Sie, wie Trübung und organische Belastung kontinuierlich überwacht und für die Prozessführung genutzt werden können.
| Wann: | 15.10.2026 von 11:00-11:45 Uhr |
| Referenten: |
Thomas Peitzmeier (Applikationsmanager) |
Warum die vierte Reinigungsstufe notwendig ist
Spurenstoffe – auch Mikroschadstoffe genannt – gelangen täglich in unser Abwasser. Dazu zählen unter anderem Arzneimittelrückstände, Wasch- und Reinigungsmittel, Pestizide und Herbizide sowie Kosmetika. Diese Stoffe sind häufig nur in sehr geringen Konzentrationen vorhanden, können jedoch langfristig erhebliche Auswirkungen auf Gewässer, Ökosysteme und die Trinkwasserversorgung haben.
Mit der Richtlinie (EU) 2024/3019 führt die Europäische Union schrittweise Anforderungen an eine weitergehende Behandlung kommunaler Abwässer ein. Große Kläranlagen sowie Anlagen in entsprechend definierten Risikogebieten müssen künftig ausgewählte Mikroschadstoffe gezielt reduzieren. Die konkrete Umsetzung in Deutschland wird im Rahmen der Überführung der Richtlinie in nationales Recht festgelegt.
Für die betroffenen Kläranlagen kann dies eine technologische Weiterentwicklung und Investitionen in weitergehende Verfahren zum Gewässerschutz erforderlich machen.
Konventionelle Reinigungsverfahren stoßen bei der Elimination dieser komplexen und oft schwer abbaubaren Substanzen an ihre Grenzen. Hier setzt die vierte Reinigungsstufe an: Moderne Verfahren wie die Ozonierung sowie die Adsorption an Aktivkohle ermöglichen eine deutlich verbesserte Entfernung von Mikroschadstoffen und tragen dazu bei, die Wasserqualität nachhaltig zu sichern.
Verfahren zur Reduzierung von Mikroverunreinigungen
Dazu gehören leistungsstarke Ozonanlagen wie die DULCOZON-Systeme, die Schadstoffe gezielt oxidieren, sowie innovative Dosiertechnologien für Pulveraktivkohle, mit denen Spurenstoffe effizient gebunden und aus dem Wasser entfernt werden können.

Ozonbehandlung
Mit einer standortspezifisch ausgelegten Ozonierung und geeigneten Nachbehandlung können die nach der EU-Kommunalabwasserrichtlinie vorgesehenen Reduktionsziele für ausgewählte Indikatorsubstanzen erreicht werden. Die tatsächliche Reinigungsleistung hängt von den betrachteten Stoffen, der Wassermatrix, der Ozondosis und der Auslegung der gesamten Verfahrenskette ab.
Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel und reagiert mit den chemischen Strukturen vieler organischer Mikroschadstoffe. Dabei werden die Ausgangssubstanzen chemisch verändert und in Transformationsprodukte umgewandelt. Eine geeignete Nachbehandlung kann verbleibende Stoffe und biologisch abbaubare Reaktionsprodukte weiter reduzieren.
Das Ergebnis ist eine Reduktion vieler oxidierbarer Ausgangssubstanzen. Die Wirkung auf die biologische Abbaubarkeit und mögliche Transformationsprodukte muss standortspezifisch betrachtet werden.

Dosierung von Pulveraktivkohle
Viele Mikroverunreinigungen werden durch konventionelle biologische Abwasserbehandlungsverfahren nur teilweise entfernt. Weitergehende Verfahren können deshalb erforderlich sein, um definierte Reduktionsziele zu erreichen.
DULCOPAC bereitet Pulveraktivkohle, kurz PAK, gravimetrisch zu einer Suspension definierter Konzentration auf und dosiert diese bedarfsgerecht. Die PAK wird kontrolliert benetzt, zu einer Suspension definierter Konzentration aufbereitet und zu einer oder mehreren Dosierstellen geführt. Nach der erforderlichen Kontaktzeit muss die beladene Pulveraktivkohle durch eine geeignete Feststoffabtrennung aus dem Abwasser entfernt werden.
Das Verfahren eignet sich insbesondere für gut adsorbierbare Mikroschadstoffe und kann auch bei Stoffen Vorteile bieten, die durch Ozon nur unzureichend oxidiert werden. Die erreichbare Reduktion hängt unter anderem von der Wassermatrix, dem Stoffspektrum, der Aktivkohlequalität, der Kontaktzeit, der PAK Dosierung und der Feststoffabtrennung ab.
Ergänzende Verfahren der kommunalen Abwasserbehandlung
Phosphatfällung und Dosierung von Kohlenstoffquellen
Die gezielte Entfernung von Phosphor ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Abwasserbehandlung und dient dem Schutz der Gewässer vor übermäßigem Nährstoffeintrag und Eutrophierung. Phosphatfällung und die Dosierung externer Kohlenstoffquellen dienen der Nährstoffelimination und sind von den Verfahren zur gezielten Reduktion von Mikroschadstoffen zu unterscheiden.
Bei der chemischen Phosphatfällung werden gelöste Phosphate durch die präzise Dosierung von Fällmitteln – typischerweise Eisen- oder Aluminiumsalzen – in unlösliche Verbindungen überführt und anschließend als Feststoffe aus dem Abwasser entfernt.
Bei der biologischen Stickstoffelimination kann zusätzlich die Dosierung externer Kohlenstoffquellen erforderlich sein. Diese fördern die Aktivität der Mikroorganismen im Belebungsbecken und ermöglichen eine effiziente Denitrifikation, insbesondere bei kohlenstoffarmen Abwässern.
Technik im Detail
DULCOPAC System
DULCOPAC ist ein gravimetrisches Dosiersystem, das unter einem Vorratssilo installiert wird und eine präzise sowie zuverlässige Dosierung ermöglicht.
Herzstück ist der TOMAL-Mehrschneckendosierer mit gravimetrischer Gewichtsverlustregelung, der eine marktführende Genauigkeit sicherstellt. Durch die konstante Suspensionskonzentration wird der tatsächliche Chemikalienverbrauch exakt gesteuert. Gleichzeitig überzeugt das System durch eine wartungsfreundliche Konstruktion mit guter Zugänglichkeit und einer auf Langlebigkeit ausgelegten Ausführung.
DULCOZON Ozonanlage
Die DULCOZON Ozonanlagen sind modular aufgebaut und lassen sich dadurch flexibel an die Prozessbedürfnisse anpassen. Das einfache Zu- und Abschalten einzelner Module gewährleistet eine effiziente, eingebaute Redundanz und erhöht die Anlagenverfügbarkeit. Die Ozongeneratoren sind einfach in ein übergeordnetes System zu integrieren.
Dank ihrer hohen Effizienz erreichen die Anlagen einen minimalen Energieverbrauch von unter 8 kWh pro kg erzeugtem Ozon – und leisten damit nicht nur einen Beitrag zum Gewässerschutz, sondern auch zu einem wirtschaftlichen und nachhaltigen Anlagenbetrieb.
Innovative Mess- und Regeltechnik

Trübungssensor DULCOEYE LT
Der neue optische Trübungssensor DULCOEYE LT, erfasst Feintrübungen zuverlässig – entscheidend für eine stabile Wasserqualität, etwa in der Trinkwasseraufbereitung. In weitergehenden Abwasserbehandlungsprozessen kann er beispielsweise zur Überwachung vor oder nach einer Filtrationsstufe eingesetzt werden. Die Plug-and-Play-Installation mit automatischer Werkskalibrierung, integrierter Selbstreinigung und Luftblasenkompensation reduziert den Wartungsaufwand und sorgt für stabile Messergebnisse.
Im Zusammenspiel mit dem Regler diaLog C werden Messdaten direkt verarbeitet und Dosierungen automatisch angepasst. Anlagen reagieren so zuverlässig auf Veränderungen der Wasserqualität und lassen sich wirtschaftlich betreiben.

Optischer Sensor DULCOEYE SAC
Der DULCOEYE SAC erfasst die Absorption des Wassers bei 254 nm und ermöglicht die Bestimmung des spektralen Absorptionskoeffizienten sowie der UV Transmission. Nach anwendungsspezifischer Kalibrierung können daraus weitere Summenparameter wie CSB, BSB, TOC und DOC abgeleitet werden.
In der vierten Reinigungsstufe kann der Sensor zur kontinuierlichen Beobachtung der organischen Belastung und zur Prozessüberwachung eingesetzt werden.

Mess- und Regelgerät DULCOMETER diaLog C
Der DULCOMETER diaLog C setzt neue Maßstäbe in der Mess- und Regeltechnik. Ob als Transmitter oder 2-Seiten-Regler (PID) mit einem Kanal – er eignet sich ideal für den Einsatz in der industriellen Wasseraufbereitung. Dank intuitiver Bedienung und digitaler Vernetzung ist er smart in Ihre Prozesse eingebunden.
Der DULCOMETER diaLog C kann optimal mit dem neuen optischen Sensor für Feintrübung DULCOEYE LT kombiniert werden.
Mikroschadstoffentfernung – vierte Reinigungsstufe
Einblicke in die fortgeschrittene Abwasserbehandlung
Dieses Whitepaper erläutert, wie Ozonierung und Aktivkohle in der vierten Reinigungsstufe der kommunalen Abwasserbehandlung eingesetzt werden. Es beschreibt die zentralen Kriterien, die die Verfahrenswahl, die betriebliche Auslegung und Monitoringkonzepte unter realen Betriebsbedingungen beeinflussen. Praxisbeispiele zeigen, wie ein stabiler Betrieb und eine nachvollziehbare Zielerreichung in der Praxis umgesetzt werden können.
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